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Die St. Georgs- Kirche
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in Niedermöllern
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(Mellere, Melre, Meller, Melleren, Mellir, Meller inferior,
Nedirmellir)
Kirchdorf, 7 km westlich von Naumburg, zuerst 1144
erwähnt.
Die Kirche ist im wesentlichen noch der romanische
Bau der Gründungszeit (Fig.28), ein Altarhaus von 4,35 mal 3,65 m, darüber der Turm mit verschalter Glockenstube in Fachwerk und abgewalmten Zeltdach. Östlich eine Halbrundapsis mit neuerem Satteldach (Fig.29), westlich das Langhaus 6,50 mal 9 m, von welchem nur der Westgiebel mit Kreuz, doch sonst ohne Öffnungen, intakt blieb das Ganze mit Spuren von mehrfachen Erneuerungen. So ist offenbar im 16. Jahrhundert der Durchbruch durch die Trimphbogenwand für die Kanzeltreppe angelegt und ein größeres Südfenster im Altarhaus, außen mit Rechteckrahmen in Stab und Kehle, eingebrochen.
Das Langhaus wurde 1710 erneuert. Hiervon zeugen die
beiden Südfenster und vor allem die nördliche Tür, welche in flauen und mißverstandenen Formen ein romanisches Urbild wiederholt. Das Gewände ist mit Kehle und Viertelsäulchen gegliedert und über einem antikisierenden Kämpfer ein Rundbogen in Stäben und Kehlen flach profiliert. Über dem Scheitel eine Barocke Kartusche mit 1709. Wohl aus gleicher Zeit ist das Fachwerktreppenhäuschen mit Rechtecktür zur Empore und von 1742 die nördliche Tür im Turm. Das Innere macht den Eindruck ländlicher Enge und Überfüllung. |
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Fig. 28 Grundriß der
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Kirche
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Fig. 29 Ansicht
der |
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Kirche
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Die Apsis ist als Sakristei abgetrennt. Links zwischen
Chor und Triumphbogen eine Steinbank, im Schiff 2 Emporen mit Decken auf dünnen Stützen, die oberste in das Mansardendach geschoben. In der Südostecke eine mit steigenden Rundbögen gewölbte Treppe zur unteren Empore.
Altaraufbau aus Holz von 1686, bescheidener, aber
gedrungener Säulenbau Ähren links und Trauben rechts, verkröpftem Gebälk, knorpligen Wangen mit den Figuren von Johannes und Maria unten, Johannes dem Täufer und Moses oben, die etwas pathetisch, rundlich, fleischig, mit noch ganz gotischzügigen Faltenmotiven wiedergegeben sind.
Die Kanzel zeigt an den Ecken gedrehte Säulen, an den
Feldern verknorpelte Rahmen, darin dürftige Gemälde der Evangelisten. Entsprechend der Schalldeckel mit 2 Engeln.
Der Taufstein ist aus einer großen eiförmigen
romanischen Kuppe und einem spätgotischen achteckigen Fuß mit kelchartigem Knauf zusammengesetzt. |
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Sie wurde in der Zeit der Romanik als Chorturmkirche
erbaut und St. Georg, dem Drachentöter und Märtyrer gewidmet. Die Halbkreisapsis, ein Giebelkreuz in der Westwand und der romanische Triumpfbogen weisen auf eine Gründungszeit zwischen 1100 und 1200 hin.
1710 bis 1711 erfolgt eine durchgreifende Reparatur
der Kirche. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 356 Alsch (damalige Währung), wovon 141 Alsch in der Kirchenkasse vorhanden waren.
Die Umbauten tragen die Zeiten des Barocks. Eine
Inschrift am Kanzelaltar aus dem Jahre 1686 weist auf eine Herkunft aus der Kirche zu Laucha hin. |
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Entstehung der Kirche in Niedermöllern
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Die Glocken :
die größte stammt aus dem
Mittelalter, die zweite, 1910 bei Schilling gegossen noch erhalten, eine dritte aus dem Jahre 1906 war zersprungen und wurde im 1. Weltkrieg abgegeben. |
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Die Glocke der Kirche
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von Niedermöllern
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In den 20iger Jahren erhält die Kirche elektrischen
Strom . 1958/59 wurde in der Kirche ein kleiner beheizbarer Raum hergerichtet, da die politischen Verhältnisse den Christenlehreunterricht in der Schule verboten. In den Wimtermonaten wurde er auch für den Gottesdienst genutzt.
1968 wurde auf dem kirchlichen Friedhof durch die
politische Gemeinde eine Leichenhalle gebaut.
1978/79 erhielt die Kirche und der Turm ein neues
Dach mit Betonziegeln. Zu dieser Zeit mußten sich die Dachdecker ohne Gerüst behelfen.
1988/89 begann die Gemeinde in Eigeninitiative die
letzte Sanierung.
1991-1993 konnte mit Hilfe des staatlichen
Arbeitsförderprogramms die Sanierung fortgesetzt werden. Es erfolgte die Trockenlegung der Mauern, die Anbringung der Dachrinnen am Kirchenschiff und die Verlegung von elektrischen Leitungen.
Nach einem Sturmschaden von 1993 erfolgte 1994
erneut ein Schaden am Dach des Turmes durch Sturm.
Daraufhin kam man zur Entscheidung, eine Erneuerung
des Holzturmes vorzunehmen, es sollte eine Neueindeckung mit Tonziegeln erfolgen. Ein kupferner Knauf und ein Kreuz wird am 19. November 1995, dem Tag der Kirmes, aufgesetzt.
Der Turm erhält ebenso eine Quarzuhr mit viereckigem,
schwarz- weißem Ziffernblatt und Römischen Ziffern auf Kosten der Politischen Gemeinde. |
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Die Kirche mit Friedhof in Niedermöllern
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Ein Bericht vom Dreißigjährigen Krieg
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1618 bis 1648 in Niedermöllern
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Niedermöllern und die umliegenden Dörfer wurden zu
Anfang des Krieges von den direkten Einflüssen des Krieges verschont, jedoch lasten die Kriegsabgaben auf den Bewohnern.
Im Jahre 1631 fielen die ersten Truppen in
Niedermöllern und Umgebung ein.
Von den Bauern wurde immer wieder Geld, Vieh,
Getreide und andere Habseligkeiten gefordert.
Am 3. November 1632 lagerten 2000 Pferde
schwedischer Truppen in Obermöllern, die aber bald darauf weiterzogen.
Schon 1611 forderte die Pest einige wenige Opfer in
Niedermöllern, in den Städten war die Zahl der Opfer weitaus höher. 1625 bis 1636 breitete sich die Seuche auch verheerend in den Dörfern aus.
So starben 1636 im Zeitraum von 6 Wochen 11
Menschen an der Pest in Niedermöllern. Die Zahl der Einwohner sank von ca. 80 im Jahre 1623 auf ca. 50 im
Jahre 1648, dem Kriegsende.
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Schule und Lehrer in alter Zeit
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Es ist viel darüber in Bild und Wort gespottet worden.
Über die ausgiebige Verwendung des gelben Stöckchens, welches auf manchen Rücken des Übeltäters oder Faulpelzes tanzte.
Wieviel Kampf und Überredung hat es aber gekostet,
den allgemeinen Schulbesuch der Kinder zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen. So sollte dies schon ein kurfürstlicher Befehl aus dem Jahre 1766 veranlassen. Bei Nichteinhaltung des Schulbesuches der Kinder konnten die Eltern mit Geld- oder Gefängnisstrafe belegt werden. Leider wurde dieser Befehl stark vernachlässigt.
Also erschien ein neuer Erlass, der besagte, dass die
Kinder beider Geschlechter die Schule ununterbrochen vom 6.- 14. Lebensjahr zu besuchen hatten.
Natürlich gab es auch hier noch genug absichtliche
Versäumnisse. So hieß es im Jahre 1817, dass ein Mädchen aus Niedermöllern schon 1 Monat fehlte, um die Gänse zu hüten. Da die Schuld hauptsächlich bei den Eltern lag, beschwerte sich der Lehrer 1817 über die Eltern. Oft war es die Armut, die die Eltern dazu veranlasste. So durften die Eltern seit 1845 während des Unterrichts das Schullokal nicht betreten. Auch Schimpfen und Schreien war bei Polizeistrafe verboten.
So wurde wenige Jahre später zusammen mit
Familienvätern ein Schulvorstand gegründet. Dies schien wiederum nicht so einfach zu sein. So fand man gerade in Niedermöllern, wo sich die Hauptschule befand, diese besonders hartnäckig, als es unter anderem um die Erhöhung des Schulgeldes ging.
Das Diensteinkommen eines Jahres in Niedermöllern
1823 bestand aus 152 Thalern und 14 Groschen, was eigentlich sehr bescheiden war. 1846 besaß der Lehrer in Niedermöllern ein zweistöckiges Wohnhaus, in welchem sich unten die Schule befand, oben eine Wohnstube in gleicher Größe und eine kleine Kammer.
Dabei ging es den Lehrern in Niedermöllern noch gut,
weil sie auch das Organistenamt inne hatten. In Obermöllern konnte nur ein Kindlehrer beschäftigt werden, der sehr gering entlohnt wurde. Außer einem kleinen Stübchen hatte er keinen Wohnraum.
1858 wurde die Küsterei getrennt, so dass der
obermöllerner Lehrer die Organistenstelle dazu bekam und dadurch etwas mehr verdienen konnte, allerdings zum Ärgernis des Lehrers in Niedermöllern. Die Lehrer wurden dazu angehalten, sich ordentlich und voll-
ständig zu kleiden, nicht zu rauchen und Unschicklich-
keiten abzustellen. Ab dem 19. Jahrhundert sollten die
Lehrer zumindest eine seminarische Vorbildung haben.
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Das damalige alte Schulgebäude von Niedermöllern
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mit Lehrer Moye
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Das ehemalige Schulgebäude von Niedermöllern
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Vierhundert Jahre Schule
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in Niedermöllern
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Das Kriegerdenkmal von Niedermöllern
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Obwohl zu Anfang (1923) nur eine Gedenktafel
zu Ehren der Gefallenen aus Niedermöllern in der Kirche angebracht werden sollte, wurde am 25. Juni 1926 ein Kriegerdenkmal nach dem Entwurf des Architekten Graumüller aus Saaleck errichtet. Angefertigt wurde es ebenfalls wie das Denkmal in Pomnitz von der Firma Rotting aus Freyburg und errichtet hat es
der Maurermeister Blumentritt aus Bad Kösen.
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400 Jahre sind nun ins Land gegangen, dass die Schule
in Niedermöllern besteht. Nach den Visitationsprotokollen von 1539 hatten die drei Dörfer Nieder- und Obermöllern sowie Pomnitz noch keinen Lehrer, Kantor und Organisten. So ist es dann jahrhundertelang geblieben.
Obermöllern hielt aber zur Zeit des Dreißigjährigen
Krieges und bis in das zweite Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, um den kleineren Kindern im Winter und bei schlechtem Wetter den weiten Schulweg von Obermöllern nach Niedermöllern zu ersparen, einen Präceptor oder ´´Kinderlehrer´´. Die größeren Kinder von Obermöllern mussten aber zur Schule nach Nieder- möllern wandern. Erst im Jahre 1818 wurde in Ober- möllern ein Schulhaus gebaut und so bekam die Gemeinde für die kleineren und größeren Kinder eine eigene Schule. Bis zum Jahre 1845 bestand aber der
´´Schulverband´´ der 3 Orte Pomnitz, Niedermöllern und
Obermöllern weiter und am 01. Januar 1867 kam dann auch die Küstereitrennung zustande. Vor der Trennung besetzten die Rittergüter Klosterhäseler und Burg- heßler die Schul- und Küsterstelle zu Niedermöllern.
Nach alten Akten der früheren Ortsschulinspektion
Obermöllern erließ am 12. Dezember 1766 ´´Ihre König- liche Hoheit und Durchl. Churfürst durch den Herrn Administrator der Churfürstlichen Lande Xaverus einen hohen und allergnädigsten Befehl ins Land, in Städte und Dörfer, Kraft dessen Inhalts alle Eltern, welche Gott mit Kindern gesegnet hat, hinfort mit allem Ernst und Eifer ihre Kinder zur Kirche und Schule anhalten sollen, weil durch deren Verabsäumung sonst die Kirche und gemeinen Sachen ein Großer Schaden und Unsegen zuwachsen möchte. Wir befehlen hiermit, dass alle Eltern ihre Kinder hinfort ohne Verzug vom 5. Jahre bis ins 14. Jahr durchs ganze Jahr, Sommer und Winter, davon vier Wochen in der Ernte ausgenommen sind, bei höchster Srafe zur Schule anhalten sollen. Sollten dennoch einer oder der andere wider diesen allergnädigsten Befehl handeln, so soll er pflichtgemäß der Gerichtsbarkeit angezeigt werden, die dann nach ihrem Gutbefinden mit einer Geld- oder Gefängnisstrafe belegt wird.´´
Jedoch wurde dieser kurfürstliche Befehl in dem
darauffolgenden halben Jahrhundert oft wenig beachtet und auch nicht streng durchgeführt. Im Jahre 1805 beklagt ein kurfürstlicher Erlass, dass die ´´wegen des Anhaltens der Kinder zur Schule enthaltenen Anordnungen von einem großen Teile unserer Unterthanen vernachlässigt und von den Obrigkeiten die ihnen zur Steuerung dieses Unwesens obliegenden wichtigen Pflichten nicht selten verabsäumt werden.´´
Auch im nächsten Jahrzehnt konnte trotz des
kurfürstlichen Erlasses und obgleich unsere Dörfer nach dem Winter Kongreß ´´preußisch´´ geworden waren, die Regelmäßigkeit des Schulbesuches noch nicht streng durchgeführt werden, denn im Juni 1817 fehlt z.B. ein Schulmädchen einen ganzen Monat, um die Gänse zu hüten und der Ortsschulinspektor schreibt dazu: ´´Wenn vorstehendes Mädchen nicht mit Ernst zur Schule angehalten wird, so weiß ich nicht, was aus ihr werden soll.´´
Ein altes Gemeindebuch, das im Jahre 1692 begonnen
wurde, berichtet 1772 von einem furchtbaren Brand, der das halbe Dorf und auch die Schule in Asche legte.
Nach dem Brand fand der Schulunterricht etwa ein
Jahr in Pomnitz statt. Da aber in der provisorischen Schule auch ein Brand ausbrach und das jetzige Schulhaus in Niedermöllern inzwischen gebaut war, wurde Niedermöllern wieder Schulort. Da das Klassenzimmer hundert Jahre später für die größere Kinderzahl nicht mehr ausreichte, wurde 1872 das jetzige Schulhaus gebaut.
Dieser Text ist ein Bericht von dem damaligen Lehrer
Moye |