(Puomeniz, Pomnicz, Pompnitz)

Kirchendorf, 8 km westlich von Naumburg, zuerst 1144
genannt, wo Bischof Reinhard v. Merseburg seiner
Kirche einige Hufen (1 Hufe = 7-15 ha) schenkte, darin
wie in der weiteren Geschichte mit den beiden Möllern
eng verbunden.

Die Kirche ist ein schlichtes Kapellchen, rechteckig
von (außen) 8,38 mal 13,70 m (Fig. 116 und 117),
Neubau von 1719 mit 3 respektiven Zweirechteck-
fenstern an der Süd- und Nordseite.
Die Skt. Johannes- Kirche
Fig. 116. Grundriß der
Kapelle
Fig. 117. Ansicht der
Kapelle
Doch zeugt von einer älteren Anlage das kleine
romanische Fenster in der Mitte der Südwand. Bei der
Erneuerung von 1896 wurde dies durch ein großes
Rechteckfenster und zugleich der alte turmartige
Dachreiter aus verschaltem Fachwerk durch einen
massiven Turm ersetzt. In der Mitte der Nordwand be-
findet sich die Rundbogentür mit abgefaster und
krenellierter Einfassung, darüber die Jahreszahlen
1719, 1741, 1860. Davor eine tonnengewölbte
Treppenanlage zur Empore, welche unten seitliche
Sitzbänke nach Art der beliebten ,,Vorhäuschen" und
eine offene Rundbogenpforte hat.
Die Altar- und Kanzelwand mit 3 Nischen , 4 gedrehten
Säulchen und durchbrochenen Wangen ist eine rohe,
bäuerische Arbeit im verkommensten Knorpelstil,
dessen späteres Nachleben (1719) wohl einem rück-
ständigen Dorfschreiner zu danken ist. Ähnlich die
durchbrochene Sakristeischranke und das dürftige
Orgelgehäuse. Eine rote, mit weiß bestickte Altarbe-
kleidung trägt die Jahreszahl 1794.
Der Taufstein (Fig. 118) ist noch das urtümliche roma-
nische Zylinderbecken auf kurzem, rohen Schaft.
Fig. 118. Taufstein
in Pomnitz
in Pomnitz
In der romanischen Periode,
etwa 1050-1150, erschien der
Taufstein, in dieser Zeit
wurde auch die Kapelle
errichtet. 1719 wurde diese
eingerissen und neu
aufgebaut.
Nach mehreren, leider ohne
Erfolg durchgeführten Repa-
raturen und die Kriegszeiten
geriet die Gemeinde Pomnitz
in große Schulden.
Im 18. Jahrhundert wurde die zwar ärmliche Ausstatt-
ung der Kirche auf einen neuen Stand gebracht.
1743 wurden 2 Altarleuchter aus Zinn gestiftet. 1750
wurde die größere der jetzt vorhandenen Glocken in
Laucha gegossen. Die kleinere Glocke fiel dem Welt-
krieg zum Opfer. Somit wurde im 18. Jahrhundert fast
die gesamte Innenausstattung der Kirche erneuert.
1896/97 entschloß man sich zum umfassenden
Umbau der Kirche.
Ein kurzer Bericht über den Umbau der Kirche
in Pomnitz 1897
Am 13. Mai 1896 wurde die Kirche in Pomnitz wegen
Baufälligkeit des Turmes und Daches geschlossen.
Deswegen wurden die Gottesdienste bis zur
Wiederherstellung der Kirche in Niedermöllern
gehalten. Am 7. Januar 1897 wurde der Umbau von
der Gemeinde Pomnitz genehmigt. Zur Deckung der
Baukosten machte die politische Gemeinde eine
Anleihe von 2000 M bei der Sparkasse in Kösen. Nun
wurde mit den Mauer- und Zimmerarbeiten begonnen.
Nachdem im Winter schon Steine gebracht wurden,
begann man im Mai mit dem eigentlichen Bau. Die
Mauern wurden höher geführt, um eine gerade Decke
zu bekommen. Leider ließen sich die Glocken nicht
wieder auf den Dachboden bringen, da zu befürchten
war, dass die Mauern durch die unvermeidlichen Er-
schütterungen beim Läuten noch mehr leiden
würden. Daher wurde aus alten Gebälk und der alten
hölzernen Turmbekleidung ein Glockenhaus zu
ebener Erde hergerichtet. Am 26. September 1897
konnte die Kirche in Pomnitz wieder geöffnet werden.

Die heutige Form der Kirche
in Pomnitz
Die Glocken der Kirche in Pomnitz
Die kleinere Glocke ist im Weltkrieg abgeliefert und
eingeschmolzen worden. Diese wurde inzwischen
wieder ersetzt.
Beide Glocken hängen recht unvorteilhaft in einem
Glockenhaus neben der Kirche. Die Gemeinde hatte
früher einen mit der Kirche zusammenhängenden
Glockenturm, dessen Erhaltung aber schwere
Kosten machte und somit wurde dieser Glocken-
turm niedergelegt und abgebaut.
Die grössere Glocke trägt unter anderen folgende
Umschrift: Anno 1750. Pomnitz. Die Glocke wurde
aus Bronze angefertigt.
Die kleinere Glocke ist als Ersatz für die abge-
lieferte Glocke im Jahre 1927 angeschafft worden,
zugleich als kirchliches Denkmal für die Gefallenen.
Diese Glocke wurde ebenfalls aus Bronze ange-
fertigt, ihr Gewicht beträgt 150 Kilogramm.

Benutzung der Glocken:
Am Sonnabend wird Abends um
6, 7 oder 8 (je nach Jahreszeit)
der Feiertag eingeläutet und
zwar mit beiden Glocken etwa
10 Minuten lang. Ebenso wird
ein Festtag eingeläutet.
Es wird mit einem Seil geläutet,
welches durch Menschenkraft
bewegt wird.
Die Glocke der Kirche
von Pomnitz
Die Kirche nach dem
Umbau
Die Kirche mit Friedhof vor
dem Umbau 1896
Das Kriegerdenkmal von Pomnitz
Zu Ehren der Gefallenen des 1.
Weltkrieges
ist in Pomnitz ein Kriegerdenkmal errichtet
worden (1921).
Ausführende war die Firma Rottig aus
Freyburg und kostete 7.000 Mark.
Dieses Kriegerdenkmal befindet sich
direkt vor der Kirche in Pomnitz.
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